Berlin begeistert mit Final4

Berlin hatte das beste Final4 aller Zeiten versprochen. Und es auch geliefert. Organisation nach Maß, spannende Spiele und ein einmaliger Zuschauerrekord. Ein Rückblick.

Eigentlich hatte BAT im Halbfinale gegen den Favoriten aus Wernigerode ein herausragendes Spiel abgeliefert. Ein kurioses 0:0 nach vierzig Spielminuten, dann der Doppelschlag zum 0:2. Berlin antwortet schlagfertig. Känsälä verkürzt erst aus dem Slot, kurz darauf gelingt ihm per Penalty sogar der Ausgleich. Verlängerung. Die Stimmung in der Sömmeringhalle kocht über, 1.320 Zuschauer sind aus dem Häuschen. Der angepeilte Besucherrekord gelingt mit dieser Zahl schon im ersten Herren-Halbfinale.

In der Overtime reichen aber 14 Sekunden und der Traum vom Endspiel ist geplatzt. Kuittinen wird im Slot nicht gedeckt, Iskanius bedient ihn mit einem schnellem Querpass, Direktabnahme, 2:3. Wernigerode steht im Finale. Ein Ende ähnlich dem von 2017. „Bei so viel Pech im Spiel müssen wir unglaublich viel Glück in der Liebe haben“, meint danach Spielertrainer Kratochvil. Die Enttäuschung ist groß.

Erst im Verlauf des Abends wird der Berliner Mannschaft bewusst, wie großartig nicht nur die sportliche Leistung war. Das Final4 wächst schrittweise zum größten Event der deutschen Floorball-Geschichte heran und die Mannschaft des Ausrichters hat mit ihrem Auftritt maßgeblichen Anteil daran.

Im zweiten Halbfinale skalpiert Weißenfels den Gegner aus Lilienthal. Der Titelträger führt schon 7:0, siegt am Ende aber noch „akzeptabel“ mit 10:7. Bei den Damen setzen sich Bonn gegen Dümpten (4:2), und Grimma gegen Wernigerode / Chemnitz (9:4) durch.

Ausrichter FVBB und BAT sowie Veranstalter Floorball Deutschland leisten dank vor allem knapp 80 fleißiger Volunteers saubere Arbeit. Auch am Sonntag läuft das Final4 wie am Schnürchen. Dem Talentepokal mit 22 Teams in fünf Altersklassen aus der ganzen Bundesrepublik folgt ein Promospiel zwischen Eishockey- und Floorball-Spielern. Die Sömmeringhalle füllt sich.

Um 13 Uhr, pünktlich zum Herren-Finale ist sie proppenvoll. Die Offiziellen zählen nach, Berlin bricht seinen eigenen Rekord vom Vortag. 1.820 Zuschauer, mehr als bei jedem anderen Spiel der deutschen Floorball-Geschichte.

Das Herren-Finale ist dieser Zahl dann auch mehr als würdig. Wernigerode führt mit 5:2, Weißenfels holt auf. In der 59. Spielminute geht der UHC durch Kuchs dritten Treffer erstmals in Führung, kann sie behaupten und siegt mit 7:6. Fünfter Pokalsieg in Folge für die Weißenfelser.

Im Endspiel der Damen verlangt Außenseiter Bonn dem Favoriten aus Grimma alles ab und geht im ersten Drittel mit 1:0 in Front. Im zweiten Spielabschnitt dreht der MFBC das Spiel und holt am Ende mit einem 4:2 nach sieben Jahren wieder den Pott.

Gegen 23 Uhr ist die Halle wieder leer. Der Boden eingerollt, die Zuschauer abgereist, das Parkett gekehrt. Alles in allem blicken Teilnehmer und Besucher auf ein großartiges Event zurück, das die Messlatte für alle zukünftigen Final4-Veranstaltungen schwindelerregend hoch gehängt hat.

Als Co-Ausrichter sowie Teilnehmer bedankt sich BAT Berlin bei allen Volunteers für eine herausragende Leistung. Das Final4 hat uns neuen Antrieb für zukünftige Aufgaben gegeben. Wir sind dankbar, demütig und begeistert. Hut ab!