Berlin richtet Final4 aus!

Es ist offiziell! Vom 16. bis 18. März 2018 richtet die Bundeshauptstadt zum ersten Mal das Final4 des Floorball Deutschland Pokals aus, das mit Abstand größte Event der deutschen Floorball-Szene. BAT Berlin und der FVBB sind Co-Ausrichter.

Starke Geburtswehen

Über sechs Monate dauerte der Kampf um eine adäquate Spielstätte. Als “eine frustrierende und extrem kräftezehrende Achterbahnfahrt“ beschreibt Jan Kratochvil die bisherige Vorbereitungszeit. Erst hatte man eine Halle, dann wieder nicht, ja, nein, doch, vielleicht. Noch Mitte August habe alles darauf hingedeutet, dass Berlin dochen passen muss. Kratochvil, der das Event als Projektleiter betreut, erklärt, dass man erst Anfang September die endgültige Zusage des Sportamtes Charlottenburg erhalten habe. Zwar gäbe es noch diverse andere Herausforderungen zu bewältigen, die Spielstätte war aber das einzige Totschlagargument.

Brutalst schöne Atmosphäre

Mit der Sporthalle Charlottenburg dürfen die Ausrichter jetzt aber in eine absolute Wunschhalle einziehen. Der Charme der Arena entfaltet sich hauptsächlich im Inneren. 200 Pfeiler aus massivem, brutalem Ortbeton, viel Platz für Zuschauer, trotzdem direkte Nähe zum Spielfeld. Die Atmosphäre eines traditionellen englischen Fußballstadions so zu sagen.

Tatsächlich birgt ein Final4 in Berlin für die Floorball-Entwicklung große Chancen. „Berlin hat sich in den vergangenen zehn Jahren als eines der Floorballzentren etabliert“, sagt Jan Hoffmann, Präsident des Dachverbandes Floorball Deutschland. „In der Stadt und im direkten Umland gibt es 14 Vereine mit über 800 Spielern. Nun ist es an der Zeit, dass wir die Sportart in Berlin auf die große Bühne bringen. Dies hilft allen regionalen Vereinen, dem Landesverband und nicht zuletzt dem Bundesverband sowie jedem einzelnen Club im Land – denn keine andere Stadt hat eine derartige Signalwirkung wie die Hauptstadt.“

Eine einmalige Chance

Auch der Landesverband wird versuchen, vom Event maximal zu profitieren. „Natürlich ist es eine exzellente Gelegenheit, um in der Region den nächsten Schritt zu machen“, bestätigt Adrian Mühle, Präsident des Floorball Verbandes Berlin-Brandenburg e.V. „Wenn es uns zusammen mit BAT gelingt, alle Berliner und Brandenburger Floorball-Vereine für diese Veranstaltung zu begeistern, können wir unsere Sportart langfristig auf eine neue Ebene heben.“ Die zentrale Planung und Umsetzung der Veranstaltung wird in den Händen von BAT Berlin liegen. Schließlich bestand der Verein in der Vergangenheit bereits als Gastgeber der Berlin Open, die internationale Spitzenteams wie Grasshopper Zürich oder Vitkovice in die Hauptstadt lockten. „In Berlin gibt es über 130 Bundesliga-Teams“, sagt Kratochvil, „von Fußball über Basketball, Eishockey, Kegeln bis hin zum berüchtigten Hallenhalma. Um uns Gehör zu verschaffen, benötigen wir ein starkes Event. Und das werden wir der Stadt und der gesamten Szene bieten.“

Zuschauerrekord als Ziel gesetzt

Deutschen Floorballern dürfte eine solche Kampfansage gefallen, ist Berlin schließlich auch in anderen Sportarten, nicht zuletzt im Fußball, ein beliebter Austragungsort für Pokalendspiele. Laut Kratochvil soll nichts Geringeres als der Zuschauerrekord für ein deutsches Floorball-Spiel geknackt werden. Sogar mehr als das. „Für die Endspiele haben wir uns die magische Marke von 2.000 Zuschauern als Ziel gesetzt“, sagt er. Das sei zwar mutig, aber irgendwo müsse man ja anfangen.

Ob BAT Berlin im Finale auch wieder als Teilnehmer auflaufen darf, bleibt abzuwarten. 2017 in Dessau hatte man sich dafür sportlich qualifiziert, unterlag im Endspiel aber Serienmeister Weißenfels unglücklich nach Verlängerung. Diese Saison wäre der Weg dorthin wesentlich kürzer. BAT ist als lokaler Ausrichter nämlich fürs Halbfinale am Samstag bereits gesetzt. Ein Vorteil für die lokale Promotion.

Urbaner Look und besondere Bildsprache
Die Kommunikation der Veranstaltung wird auf zwei Ebenen ablaufen. Die breite Öffentlichkeit will man unter anderem mit dem Claim „Die schnellste Sportart der Welt“ ansprechen. Das sei zwar einfach, wecke aber sofort Interesse. Innerhalb der Szene werde man stärker auf interne Geschichten der Vereine eingehen. Auf dem zentralen Design sind die Herren-Finalisten des Vorjahres platziert, der amtierende Titelträger Weißenfels sowie Ausrichter Berlin. Die glühenden Spieler wirken im schattigen, urbanen Look wie Lichtgestalten. Auch der Damenwettbewerb wird mit einem eigenen Motiv in Szene gesetzt. Diese Bildsprache soll dann auf alle Designs rund um die Veranstaltung übertragen werden.

“Das Final4 ist nicht nur für Berlin die Mutter aller Chancen”, sagt Kratochvil. “Wer jetzt nicht anpackt, darf sich nicht beschweren, dass wir immer noch nur eine Randsportart sind.” Weitere Informationen zum Event gibt’s unter batberlin.de/final4.