„Kaum Kontakt mit Schwaben“

Sieben neue Gesichter zählen die Bundesliga-Herren diese Saison. Im vierten Teil unserer Interview-Serie über die Hauptstadt-Neulinge nahmen wir Juraj Urban ins Kreuzverhör. Die Liebe verschlug den Slowaken nach Berlin, zum Glück für das Team. Denn das sein slowakisches Team immerzu die beste Abwehr der dortigen Liga hatte, war offensichtlich kein Zufall.

Wenn Juraj Urban sich einen gegnerischen Stürmer zum Block in den Weg stellt, können sich die Berliner Torhüter Klein und Nebe entspannen – da kommt garantiert kein Schuss durch.

Zudem überzeugt der Slowake durch sein robustes Zweikampfspiel und sein gutes Auge beim Aufbau. Das komplette Verteidigerpaket. Dazu bereichert er das Team durch sein ausgeglichenes und freundliches Gemüt. Aktuell arbeitet Urban, der einen Bachelor in Wirtschaftsmanagement und Mathe besitzt, für einen Caterer. In seinem Berliner Kiez ist er entgegen aller Klischees bisher übrigens kaum Schwaben begegnet. Wo der Neuzugang wohl leben wird?

BATberlin.de: Hallo Juraj, stelle dich uns doch bitte einmal vor!

Juraj Urban: Ich bin ein 23 Jahre alter Slowake mit einer Leidenschaft für Floorball. Diesen Frühling zog ich von Bratislava, meiner Heimatstadt, nach Berlin und plane, länger hier zu bleiben und Teil des Teams zu sein.

Du hast einen Bachelor in Mathematik. Was liegt dir mehr, Algebra oder Analysis?

Keines von beiden. (lacht) Ich habe einen kombinierten Bachelor gemacht, Wirtschaftsmanagement und Mathematik studiert. Mein Herz schlug dabei seit jeher eher für die Business-Seite meines Studiengangs.

„Ich mag Prenzlauer Berg, selbst die vielen Kinder sind gar nicht so schlimm.“

Was hat dich eigentlich aus Bratislava nach Berlin verschlagen und was machst du nun hier, neben Floorball?

Ich verbrachte während meines Studiums ein Semester im slowenischen Ljubljana und entschloss mich danach für den riskanten Weg, aus Bratislava wegzugehen. Da ich während meiner Zeit in Ljubljana meine Freundin, die aus Berlin kommt, kennenlernte, war die Wahl meines künftigen Wohnorts nicht mehr allzu schwer. Also lernte ich Deutsch und arbeite nun bei einem Caterer.

Du wohnst in Prenzlauer Berg, berühmt für Schwaben und Kinderwagen. Wie gefällt es dir dort?

Ich mag das Viertel sehr. Die klassische Architektur in einigen Ecken, die Atmosphäre in den Cafés und Restaurants, selbst die vielen Kinder sind gar nicht so schlimm. Und da ich bisher kaum in Kontakt mit Schwaben gekommen bin, kann ich mich auch darüber nicht beschweren. (lacht)

Seit wann spielst du schon Floorball und wie bist du dazu gekommen?

Ich kenne den Sport seit acht Jahren und bin seit sieben in einem Verein. Erstmals sah ich Floorball im TV und habe mich direkt verliebt. Ungefähr einen Monat später kaufte meine Schule damals Schläger und Tore – wir haben direkt angefangen, zu zocken. Unsere Klasse war bald richtig gut und irgendwann lernte ich in der Schule einen Typen kennen, der bereits für einen Klub spielte und mich zum Training einlud. Seitdem war ich Teil der Dragons Bratislava.

„Mit einer Menge harter Arbeit ist der Titel drin.“

Wenn du zum Block gehst, wird es für die gegnerischen Stürmer dunkel. Woher kommt diese Stärke im Schüsse abwehren?

Mein altes Team, die Dragons, hatten jede Saison die beste Defensive in der höchsten slowakischen Liga. Vor einigen Jahren ging unser Coach, seitdem mussten wir uns selbst trainieren, was uns einen viel Sinn für Verantwortung gegeben hat. Gegenseitig halfen wir uns, besser und besser zu werden. Dazu kommt, dass ich von Anfang an Verteidiger gespielt habe. So habe mittlerweile auch einiges an Erfahrung gesammelt, die mir hilft, gegnerische Spielzüge zu lesen und zerstören. Das liebe ich!

Was sind deine Ziele mit BAT für diese Saison?

Dieselben, die ich mit jedem Klub jede Saison habe – natürlich das höchste, der Titel! Ich kenne die anderen Titelaspiranten unserer Liga bisher noch nicht, dafür sehe ich aber das Potential unserer aktuellen Mannschaft. Es braucht eine Menge harter Arbeit, aber ich denke, wir können es packen.

Foto: Im Zweikampf mit Lilienthals Mark Oli Bothe (mi., by Christine Höfelmeyer).

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