Weiterentwicklung des Nachwuchsbereichs

Nach langem hin und her konnte die Geschäftsstelle der Abteilung nun doch einen neuen Abteilungsleiter für unsere Sportgruppe finden. Mit Jana Conrad aus Görlitz tritt nun ein weiterer Sachse in die Riege der Tempelhofer Organisation. Die 20-jährige Vollblutsportlerin zog erst vor wenigen Wochen nach Berlin, um ihr Studium auf Lehramt zu beginnen.

Conrad wuchs im TSV Kunnersdorf e.V. auf uns spielt seit vier Jahren im Verein Floorball. Sie engagierte sich sehr stark im Kinder und Jugendbereich und ist ein fester Bestandteil der SALMING Sommercamp Crew. Vor wenigen Jahren spielte sie bereits im Kader der BA Tempelhof für das damalige Damenteam, welches 2010 als Spielgemeinschaft mit der Berliner Turnerschaft einen Neuanfang startete. Sie wird nun nach Genenz, Metge, Meier und Sauer die Geschäfte in der Abteilung führen. Ziel der 20-Jährigen ist die Strukturierung der Abteilung sowie die weitere Förderung des Kinder- und Jugendbereiches. Wir danken Jana bereits jetzt für ihren Mut, die schwere Aufgabe an sich zu nehmen und hielten vor kurzem ein kleines Interview, um etwas mehr über sie zu erfahren.

batberlin.de: Hallo Jana, da du erst vor kurzem nach Berlin gezogen bist, möchten wir natürlich wissen, ob du schon in der Hauptstadt angekommen bist und dich eingelebt hast?

Jana Conrad: Ja, vielen Dank. Ich habe mich schon gut in den neuen Rhythmus eingelebt. Es ist etwas ganz anderes im Vergleich zu dem überschaubaren Görlitz, aber es gefällt mir sehr gut. Auch wenn es extrem anstrengend und zeitaufwendig ist, macht das Studium echt viel Spaß und war definitiv die richtige Entscheidung. Aber an die langen Fahrtzeiten zu den Vorlesungen muss ich mich echt noch gewöhnen… es ist schon ganz schön anstrengend, wenn man für eine Vorlesung, die um 7.30Uhr beginnt, bereits um 4.00Uhr aufstehen muss.

Wir haben erfahren, dass du in Berlin auf Lehramt studierst. Deutschlandweit gesehen muss die Hauptstadt im Bereich Bildung noch zulegen. Der Lehrermangel an der Spree ist ein heikles Thema, wie willst du dein Studium mit deinem Sport in Verbindung bringen?

Da ich innerhalb meines Lehramtsstudiums natürlich auch im Bereich der Didaktik bzw. der allgemeinen Erziehungswissenschaft geschult werde, lassen sich die daraus gewonnenen Erfahrungen und Methoden bestimmt gut in der Vereinsarbeit umsetzen. Da es bei BAT eine sehr gut entwickelte Kinder- und Jugendstruktur gibt, kann man hier einen guten Konsens finden, um das Sportliche mit dem erziehungswissenschaftlichen Anteil zu kombinieren. Denn gerade im Nachwuchsbereich ist es wichtig, gewisse Regeln und Werte zu vermitteln, die einem im späteren Leben helfen und auch dem Verein an sich nützlich sind. Denn eine gute Atmosphäre mit ansprechendem Klima sorgt nach außen hin für gute Werbung und stabilisiert die Grundstruktur.

Sport ist deine Leidenschaft, Floorball aber nur ein Spiel. Was fasziniert dich daran und wo siehst du deine Stärken?

Ich bin einfach ein Mannschaftssportler. Spiele im Team haben mich schon immer begeistert und mein Interesse geweckt. Weiterhin war ich von der anfänglichen „Leichtigkeit“ begeistert, die das Erlernen der Sportart einfacher macht und es somit von Anfang an extrem viel Spaß macht. Ich persönlich habe, denke ich, einen guten Spielüberblick. Dadurch ist es teilweise sehr leicht, die Lücken in der gegnerischen Taktik zu erkennen und für sich, bzw. das Team zu nutzen. Denn Tore schießen ist nicht so meine Stärke (lacht).

Nachwuchsarbeit wird in Tempelhof ganz groß geschrieben. Die letzten Jahre entwickelte sich die Abteilung zu einem wahren Paradies für Kindergruppen – mit über 80 Kindern in unterschiedlichsten Gruppen sicher eine Herausforderung, die auf dich zukommt. Wie planst du die Entwicklung in dem Bereich weiter voranzutreiben und welche Maßnahmen wirst du ergreifen?

Da die Kinder- und Jugendarbeit das A und O eines jeden Vereins ist, hat sie für mich einen besonderen Stellenwert. Gerade im Alter von 10-15 sind die Jugendlichen dabei, sich (neu) zu orientieren. Um hierbei auf unsere Sportart aufmerksam zu machen, spielt vor allem die Eröffnung und Präsenz in Schul-AGs eine herausragende Rolle – vorrangig natürlich hierbei im Bereich Tempelhof-Schöneberg, aber auch die angrenzenden Gebiete sollen Schritt für Schritt „erschlossen“ werden. So leite ich zum Beispiel seit drei Wochen die neu gegründete AG in der Evangelischen Schule in Charlottenburg.

Um dies realisieren zu können ist vor allem die Akquise und Ausbildung der Trainer wichtig. Auch hier sehe ich eine Notwendigkeit im Bezug zur wachsenden Mitgliederzahl. Denn um effizient und auf lange Sicht gesehen die Vereinsstruktur verbessern zu können, sind qualifizierte Trainer und Übungsleiter zwingend erforderlich. In engem Bezug dazu steht aber auch der Aufbau eines allgemeinen Helferpools innerhalb des Vereins. Um effizientere und bessere Arbeitsabläufe schaffen zu können und nicht alle Aufgaben in einer einzigen Person zu vereinigen, sind Unterstützungen durch die Vereinsmitglieder selbst ein angestrebtes Ziel.

Abschließend bleibt noch zu erfragen, wovon du in vielen Jahren bei BAT Berlin träumst und dir mit etwas Willenskraft vorstellen könntest?

Puh, das ist eine schwere Frage. Aber ich fände es großartig, wenn es einen gut entwickelten Mädchen- und Damenbereich geben würde. Denn momentan ist die Zahl der weiblichen Vereinsmitglieder verhältnismäßig gering. Aber auch eine Herrenmannschaft in der 2. Bundesliga wäre wichtig, denn der Nachwuchs „wächst“ ja natürlich auch irgendwann aus den Kinderschuhen und ich denke die Bundesligamannschaft allein kann eine derartige Zahl von motivierten jungen Spielern einfach nicht aufnehmen und tragen. Aber ich lasse mich von den neuen Aufgaben überraschen und denke, dass man die Träume natürlich auch etwas abändern kann.

Vielen Dank an dieser Stelle und weiterhin viel Erfolg im Verein.