„Wir trainieren jetzt Bizeps“

Rekordverdächtige 164 Minuten hatte es gedauert, bis jemand Berlins Nachwuchsgoalie Jonas Bestgen in der vergangenen Pokalsaison bezwingen konnte. Der 18-Jährige verrät, wie es im neuen Jahrgang noch besser laufen soll.

Eigentlich sollte Jonas Bestgen in seiner ersten Bundesligasaison nur ein bisschen Höhenluft schnuppern. Stammkeeper Nebe verschlug es beruflich aber für mehrere Monate auf die andere Seite der Bundesrepublik, so dass sein junger Ersatzmann gut die Hälfte aller Spieler absolvierte. Und das mit herausragenden Leistungen. Für die neue Saison hat sich Bestgen deshalb einiges vorgenommen.

„Ich will hauptsächlich an meinem Stellungsspiel und meiner Physis zu arbeiten“, sagt der junge Keeper. Während seine Reflexe von Beginn an zu den besten der Liga gehörten, soll jetzt also hauptsächlich an der körperlichen Präsenz gefeilt werden. Im vergangenen Jahr wurde eigens für Bestgens Entwicklung Ex-Keeper Felix Klein reaktiviert.

Co-Trainer Henrik Adolfsson ist von der aktuellen Torwart-Situation begeistert: „Plötzlich haben wir zwei der besten Torhüter der Liga im Kader. Vor allem dank ihnen konnte unsere Defensive die Spitzenwerte vorweisen, die sie im vergangenen Jahr ausgezeichnet haben.“

Auch Bestgens Bruder Jacob lief in der vergangenen Saison zum ersten Mal im Bundesliga-Dres auf. „Jacob weise ich gerne darauf hin, wie leicht seine Schüsse aus der Luft zu fischen sind“, scherzt der Torhüter darüber, was man noch bei seinem Bruder verbessern könnte. „Damit sich das ändert, trainieren wir jetzt Bizeps.“

Für Bestgens Lieblingsbeschäftigungen Lesen und Angeln wird auch in der kommenden Saison vermutlich etwas weniger Zeit übrig bleiben. Im eingespielten Duett mit Nebe hat sich Bestgen zum unverzichtbaren Stammspieler entwickelt.